Startseite » Beim Weltgebetstag die Last loswerden
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Das diesjährige Leitwort zum Weltgebetstag „Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“ nahm eine Gruppe von Frauen, die einen Gottesdienst in der Espelkamper Thomaskirche organisierte, wörtlich: Jeder Besucher des eindrucksvollen Gottesdienstes erhielt beim Betreten des Kirchenraums einen Pflasterstein überreicht.
Die biblische Verheißung aus dem Matthäus-Evangelium greift ein alltägliches Bild aus Nigeria auf: das Tragen schwerer Güter auf dem Kopf. In einer Art Prozession trugen die Espelkamper Frauen, die durch ein Kopftuch in Regenbogenfarben gekennzeichnet waren, Lasten in den Altarraum – Lasten, wie sie in Nigeria üblicherweise von Frauen getragen und ertragen werden müssen.
Im anschließenden Gottesdienst stellten sie das mit mehr als 230 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas vor.
Der ökumenische Gottesdienst, der von einer breiten Basis von Frauen unterschiedlicher Konfessionen vorbereitet worden war, zeigte auch die „unsichtbaren“ Lasten der nigerianischen Frauen auf: die Ausgrenzung von Witwen, den Kampf alleinerziehender Mütter und die Hoffnungslosigkeit angesichts von Hunger und Umweltzerstörung.
Während der Liturgie, die vom Chor „One Voice“ unter der Leitung von Tobias Krügel und einer kleinen Band begleitet wurde, erklangen Lieder, die Zeugnis unbändiger Lebensfreude und Resilienz geben. Im gut besuchten Gottesdienst konnten die Teilnehmer später ihre mitgebrachte Last (den Pflasterstein) vor dem Altartisch auftürmen und so deutlich machen, dass sie ihre Last an dieser Stelle wieder loswerden können.
Im kommenden Jahr feiert der Weltgebetstag der Frauen seinen 100. Geburtstag. Deshalb steht kein einzelnes Land im Mittelpunkt, sondern die ganze Erde unter dem Motto: „Frieden und Gerechtigkeit“.
Quelle und Foto: Karsten Schulz