Lächelndes Porträt von Maria Kopp mit kurzen braunen Haaren und Brille, gekleidet in ein türkisfarbenes Hemd, vor einem unscharfen grünen Hintergrund.
Die langjährige Pflegedienstleitung Maria Kopp prägt mit ihrer offenen und freundlichen Art gepaart mit fachlicher Kompetenz und einem engagierten Team seit vier Jahrzehnten die beiden Tagespflegen des Ludwig-Steil-Hofs.

40 Jahre Herzlichkeit: Maria Kopp feiert Dienstjubiläum am Ludwig-Steil-Hof

Wer die Tagespflegen des Ludwig-Steil-Hofs betritt, spürt schnell eine besondere und sehr ehrliche Herzlichkeit. Sie geht zum einen von der Atmosphäre der Räumlichkeiten aus, aber auch von den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine Mitarbeiterin, die dieses Gefühl in besonderer Weise lebt, ist Pflegedienstleitung Maria Kopp. In diesen Tagen feiert sie ihr 40-jähriges Dienstjubiläum und nutzt diesen Meilenstein für einen Blick zurück und auch nach vorn.

„Meine Eltern kamen Anfang der 1970er Jahre aus Griechenland nach Celle und haben uns Kinder ein Jahr später nachgeholt“, erinnert sich Maria Kopp an ihre Anfänge in Deutschland. Wenig später erfuhren ihre Eltern, dass es in Espelkamp eine Schulklasse mit überwiegend griechischen Gastarbeiterkindern gab – so führte der Weg der Familie schließlich nach Espelkamp. Eine Zeit lang ging es für sie dann jedoch zurück in die Heimat nach Griechenland, um dort ein Gymnasium zu besuchen. Lachend bekennt sie heute: „Was ich in der Zeit so machte, gefiel meinen Eltern nicht immer, denn ich war kein sehr ruhiges Mädchen und so kam es, wie es kommen musste: Ich kam wieder nach Espelkamp.“

Dort führte sie ihr Lebensweg an eine Hauptschule mit vielen Schülerinnen und Schülern aus Frotheim. „Ich hatte erwartet, dass gerade diese Mitschüler mich kritisch beäugen würden, aber genau das Gegenteil war der Fall. Ich war einfach die Maria“, erzählt sie mit sichtbarer Freude. einigen Jahren an der Berufsschule ergab sich Mitte des Jahres 1982 ein Praktikum im Ludwig-Steil-Hof. „Ich wollte gerne ein Praktikum in der Jugendhilfe machen und Kinder im damaligen Haus 3 betreuen, erfuhr aber schnell und liebevoll deutlich, dass ich dafür zu jung sei. Mit Kindern zu arbeiten sei deshalb schwierig“, fährt Maria Kopp fort.

Sie bekam jedoch die Möglichkeit, in der Seniorenhilfe der Stiftung nach einem Praktikum zu fragen. Dieses konnte sie Anfang September 1982 beginnen, und es sollte für fast anderthalb Jahre ein fester und wichtiger Bezugspunkt in ihrem Berufsleben werden. „Der Ludwig-Steil-Hof gab mir Sicherheit, denn ich schrieb parallel viele Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz in der Pflege, die zu der damaligen Zeit fast nur rein schulischer Natur gespickt mit Praktikumszeiten war. Interessenten gab es viele, aber nicht genügend Ausbildungsplätze“, erklärt sie. Den Alltag in der Pflege lernte Maria Kopp im Praktikum sehr ungeschönt und real kennen. Am Anfang gab es Erfahrungen, die sie zunächst kurz zweifeln ließen, ob sie den richtigen Weg eingeschlagen hatte, doch diese Zweifel sollten wenig später verfliegen: „Mein Weg für die Pflege war vorgezeichnet und mein Herz dank vieler lieber Menschen gewonnen“, so Maria Kopp im Rückblick.

Anfang April 1984 wartete mit der Ausbildung in der Altenpflege im Henriettenstift in Hannover die nächste berufliche Station auf die temperamentvolle und herzliche Frau. „Nach der Ausbildung wollte ich eigentlich nicht zurück nach Espelkamp, habe mich dann aber der Liebe wegen doch dafür entschieden und es bis heute nicht bereut. Mein Mann war im Rahmen des Bundeswehrersatzdienstes beim Katastrophenschutz für zehn Jahre verpflichtet und durfte das Bundesland nicht verlassen“, berichtet sie. Ab Anfang April 1986 begann schließlich ein neues Kapitel beim Ludwig-Steil-Hof, welches bis heute anhält.

„Ich war immer mit Menschen gesegnet, die mich immer positiv begleitet und unterstützt haben. Das gilt bis heute“, unterstreicht Maria Kopp, und man versteht schnell, dass dies eine der Triebfedern ist. Bereits 1986 fügte es sich, dass sie im Rahmen ihrer Arbeit in der Seniorenhilfe die Stationsleitung übernehmen durfte. „Ich war jung und innovativ und habe mir gar nicht so viele Gedanken um die große Verantwortung gemacht, die mit meiner neuen Stelle einherging. Wenn man jung ist, dann macht man einfach, und ich bin bis heute dankbar dafür, dass es auf dem Weg Menschen gab, die mir kleine Fehler immer verziehen haben.“

Für Maria Kopp war vieles selbstverständlich. Das sind Eigenschaften, die sie sich bis heute erhalten hat: Mit viel Herz einfach machen und dabei das, was links und rechts des Weges ist, nicht vergessen. „Ich habe mich während meines gesamten Berufslebens nicht in Schubladen stecken lassen, sondern bin einfach Ich“, unterstreicht sie. Einige Jahre später ergab sich die Möglichkeit, weitere Leitungserfahrungen zu sammeln und die damalige Pflegedienstleitung zu vertreten. Auch hier handelte sie mit pragmatischer Zielstrebigkeit und ließ sich auch bei Widerständen aus der Mitarbeiterschaft nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen.

Mitte der 90er Jahre entwickelte sich auch ihr Privatleben weiter, denn ihre Kinder kamen zur Welt. Das Berufsleben verlor sie dabei nie ganz aus dem Blick: „Ich war damals noch im Mutterschutz, als ich erfuhr, dass ich die Leitung einer neu geplanten Tagespflege übernehmen sollte. Das passierte dann ab Januar 1999.“ Berufsbegleitend absolvierte sie wenig später innerhalb von anderthalb Jahren eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung und half gemeinsam mit vielen anderen engagierten Menschen dabei, die Tagespflege in Struktur und Konzeption aufzubauen. „Damals war die Tagespflege mehr ein reines Betreuungs- und Entlastungsangebot. Menschen mit einem hohen Pflegebedarf wurden eher im stationären Bereich versorgt und begleitet“, erklärt sie.

Viele Hospitationen und der enge Austausch mit anderen Trägern sorgten dafür, dass Maria Kopp in die neuen Aufgaben hineinwuchs. Selbstbewusst und mit einer Energie, die sie bis heute ausmacht, warb sie in den umliegenden Dörfern für das Konzept und konnte überzeugen. „Auf dem Weg zu dem, was unsere und andere Tagespflegen heute ausmacht, gab es immer wieder Höhen und Tiefen, aber heute sind wir akzeptiert und sehr etabliert. Das begeistert mich“, resümiert sie strahlend. Insbesondere unterstreicht sie dabei die Begegnung zwischen Alt und Jung, die in den Tagespflegen ein selbstverständlicher Teil des Alltags und eine Bereicherung für alle Seiten ist.

Die Tagespflege „im Grünen“ startete zunächst mit 12 Plätzen. Da der Bedarf stetig stieg, wurde sie 2014 vergrößert und bot dann Platz für 19 Gäste. 2017 folgte eine weitere Tagespflege mit 24 Plätzen: Das „Schwester-Hilde-Haus“, benannt nach der letzten Diakonisse auf dem Ludwig-Steil-Hof. Mit insgesamt 43 Plätzen verantwortet Maria Kopp heute zusammen mit ihrem engagierten Team einen zentralen Bereich in der vielseitigen Angebotspalette der Ludwig-Steil-Hof Pflege gGmbH. „Wer sich einmal den Alltag in unseren Tagespflegen ansehen möchte, der kann auch einen kostenlosen Schnuppertag vereinbaren“, schließt Maria Kopp, die nach 40 Dienstjahren gerne zurückblickt, aber auch für die Zukunft noch viel vorhat.