Neun Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams in Espelkamp stehen lächelnd nebeneinander, tragen bunte Schals und halten Plakate zum Weltgebetstag 2026 mit dem Fokusland Nigeria in den Händen.
Bereit für den diesjährigen Weltgebetstag der Frauen: Das ökumenische Vorbereitungsteam aus verschiedenen Espelkamper Kirchengemeinden und dem Ludwig-Steil-Hof lädt unter dem Motto ‚Kommt! Bringt eure Last‘ zum Gottesdienst am 6. März in die Thomaskirche ein.

Weltgebetstag der Frauen am 6. März - Stimmen aus Nigeria rufen zur Solidarität

Nigeria ist mit über 230 Millionen Einwohnern das Kraftzentrum Westafrikas und geprägt von enormen Gegensätzen. Einer boomenden Filmindustrie („Nollywood“) und wirtschaftlichem Reichtum durch die Ölindustrie stehen massive soziale Ungleichheit, Korruption und Sicherheitsrisiken gegenüber. Besonders im Nordosten leiden Menschen unter dem Terror von Gruppen wie Boko Haram. Es ist ein Land der Jugend: Nur drei Prozent der Menschen sind älter als 65 Jahre – eine Tatsache, die sowohl enorme Chancen als auch sozialen Sprengstoff birgt.

Das diesjährige Leitwort bezieht sich auf die biblische Verheißung aus dem Matthäus-Evangelium („Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“) und greift ein alltägliches Bild aus Nigeria auf: das Tragen von schweren Gütern auf dem Kopf. In der Gottesdienstordnung berichten die nigerianischen Frauen jedoch eindringlich von „unsichtbaren Lasten“. Sie erzählen von der Ausgrenzung von Witwen, dem Kampf alleinerziehender Mütter und der Hoffnungslosigkeit angesichts von Hunger und Umweltzerstörung im Nigerdelta.

Gleichzeitig ist die Liturgie ein Zeugnis unbändiger Lebensfreude und Resilienz. „Die Frauen in Nigeria zeigen uns einen Glauben, der auch unter extremem Druck standhält“, so das Vorbereitungsteam in Espelkamp. „Ihre Lieder und Gebete sind keine Klagerufe, sondern kraftvolle Zeichen der Gemeinschaft und des Durchhaltens.“

Espelkamp wird der Weltgebetstag seit Jahrzehnten von einer breiten ökumenischen Basis getragen. Frauen der katholischen St. Marien Gemeinde, der evangelischen Martins-Kirchengemeinde, der Mennoniten-Gemeinde sowie der Evangelischen Freikirche und der Evangelischen Stiftung-Ludwig-Steil-Hof haben den Abend über Monate hinweg gemeinsam vorbereitet.

Neben der spirituellen Gemeinschaft verfolgt die Bewegung auch konkrete Ziele: Weltweit werden durch die Kollekten des Weltgebetstags jährlich rund 100 Projekte gefördert, die Frauen und Mädchen stärken – auch in Nigeria, wo Organisationen beispielsweise Witwen unterstützen oder Bildungsprogramme für junge Frauen finanzieren.

Der Gottesdienst in der Thomaskirche an der Isenstedter Straße 100 beginnt um 18:00 Uhr. Alle Interessierten, unabhängig von Alter oder Konfession, sind eingeladen, Teil dieser weltumspannenden Gebetskette zu werden. Im Anschluss besteht die Gelegenheit sich bei Tee und Gebäck auszutauschen.