Startseite » Ein sicherer Hafen seit 1991: 35 Jahre Wohngruppe „Bärenhöhle“
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Wenn der Name einer Wohngruppe quasi gleichzeitig das pädagogische Konzept beschreibt, ist viel gewonnen. „Bärenhöhle“ – das klingt nach Schutz, Geborgenheit und einer warmen Zuflucht. Genau diese Atmosphäre schafft die gleichnamige Wohngruppe des Ludwig-Steil-Hofs nun seit 35 Jahren. Bei einem Blick zurück auf die Anfänge im Februar 1991 im Thorner Weg wird deutlich, wie sehr sich die stationäre Jugendhilfe über die Jahrzehnte gewandelt hat, während der Kernauftrag – Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort zu geben – unberührt blieb. Schätzungsweise 100 Kinder und Jugendliche haben in dieser Zeit hier zeitweise gelebt und ein Stück ihres Weges in der Gruppe verbracht.
Dass die pädagogische Arbeit von hoher Kontinuität lebt, zeigt das Beispiel von Mitarbeiterin Nicola Schönbeck. Als sie am 1. September 1991 ihre Arbeit aufnahm, war die Bärenhöhle noch jung. Sie kennt die Wohngruppe wie kaum eine andere, wohnte sie doch damals sogar direkt über ihr am Thorner Weg. Heute, weit mehr als drei Jahrzehnte später, ist sie immer noch ein wichtiger Teil des Teams, das den Wandel maßgeblich mitgestaltet hat.
Ein solcher Wandel vollzog sich zuletzt im Frühjahr 2023, als die Wohngruppe an den Brandenburger Ring 52 umzog. Der Standortwechsel war weit mehr als nur ein Umzug in neue Räume; er markierte einen Qualitätssprung für die heute neun Kinder und Jugendlichen. Jedes Kind verfügt nun über ein eigenes, helles Zimmer und ein privates Badezimmer mit Dusche – ein Standard, der die Rückzugsmöglichkeiten und damit die Lebensqualität im Alltag spürbar verbessert. Als einzige Regelwohngruppe dieser Ausrichtung in der Region leistet das Team einen essenziellen Beitrag für Kinder ab sechs Jahren.
Anlass für das Jubiläum war nicht der Wunsch nach großen Feierlichkeiten, sondern ein Treffen mit Netzwerkpartnern aus der Jugendhilfe. Beim gemeinsamen Grillen stand kürzlich vor allem der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Das Treffen unterstrich, dass die Arbeit in der Bärenhöhle keine solitäre Leistung ist, sondern in ein engmaschiges Netz professioneller Unterstützung eingebettet bleibt. Auch nach 35 Jahren bleibt die Bärenhöhle damit das, was sie für die Gründungsväter und -mütter sein sollte: ein stabiler Ankerpunkt für junge Menschen in einer komplexen Welt.