Startseite » MUT macht Perspektiven sichtbar
Ausbildung
Qualifizierungen
Wo zuvor noch gemessen, geschraubt und aufgebaut wurde, steht heute ein sichtbares Zeichen für neue Lebenswege: Auf dem Gelände des Ludwig-Steil-Hofs in Espelkamp ist im Rahmen der Maßnahme MUT ein rund 19 Quadratmeter großes Gewächshaus entstanden. Das Projekt steht beispielhaft für die Arbeit der Beruflichen Bildung und verbindet handwerkliches Anpacken mit der nachhaltigen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.
Vielen Menschen ist der Ludwig-Steil-Hof vor allem durch seine Einrichtungen und Angebote im Bereich der Seniorenhilfe, der Jugendhilfe, der Psychosozialen Rehabilitation oder die Trägerschaft von zwei Schulen bekannt. Weniger im Fokus der Öffentlichkeit steht dagegen der Bereich Berufliche Bildung, der Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beschäftigung begleitet. Hier erhalten Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, eine von der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter des Kreises Minden-Lübbecke geförderte Ausbildung zu absolvieren – auch dann, wenn der klassische Bildungsweg nicht geradlinig verlaufen ist. „Wir nehmen die Menschen an die Hand und unterstützen sie dort, wo sie Hilfe benötigen“, beschreibt das Team den ganzheitlichen Ansatz. Neben fachlicher Qualifizierung gehören Förderunterricht, sozialpädagogische Begleitung und bei Bedarf auch psychologische Unterstützung zum Angebot, das direkt vor Ort eine individuelle Förderung ermöglicht.
Gemeinsames Anpacken mit Wirkung
Wie eng die verschiedenen Bereiche des Ludwig-Steil-Hofs Hand in Hand arbeiten, hat der Bau des Gewächshauses eindrucksvoll bewiesen. Ermöglicht wurde das Projekt durch Kollektenmittel der Diakonie RWL (Kollekte für langzeitarbeitslose Menschen), koordiniert durch Fundraising-Beauftragte Ina Böker. Die Teilnehmenden der MUT-Maßnahme (Motivieren, Unterstützen, Trainieren) übernahmen dabei den Großteil der praktischen Arbeiten und brachten eigene Ideen ein.
Für die Beteiligten bedeutete das Projekt weit mehr als reine Handarbeit. „Ich brenne für dieses Projekt“, berichtete ein Teilnehmer begeistert. Das Team bestätigte: Es ist inspirierend zu sehen, wie Menschen, die teilweise mehrere Jahre arbeitslos waren, durch solche Aufgaben wieder neue Energie und Freude am Schaffen entwickeln.
Ein ganzheitlicher Ansatz mit Zukunft
Die Maßnahme MUT, gefördert vom Jobcenter des Kreises Minden-Lübbecke, setzt auf einen eng vernetzten Verbund aus Meistern, Sozialpädagogen, Psychologen und Coaches. Ziel der neunmonatigen Maßnahme ist es, die individuellen Stärken der Teilnehmenden zu erkennen und sie stabil zurück in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Dabei stehen neben fachlichen Kompetenzen vor allem Selbstvertrauen, Verlässlichkeit und Teamfähigkeit im Mittelpunkt.
Mittlerweile ist das Gewächshaus feierlich eingeweiht. Es wird künftig nicht nur für praktische Qualifizierungsangebote genutzt, sondern soll auch ein lebendiger Ort der Begegnung und Gemeinschaft sein. Es ist zugleich ein bleibendes Symbol dafür, was entstehen kann, wenn Menschen Unterstützung erfahren, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an ihrer Zukunft bauen.
Zukünftig erweitert die Berufliche Bildung ihr Angebot um sogenannte Teilqualifizierungen. Diese richten sich insbesondere an Menschen, die aus familiären, finanziellen oder sprachlichen Gründen keine vollständige, am Stück absolvierbare Ausbildung abschließen können. Jens Bökenkröger, Bereichsleitung, erläutert den Ansatz: „Hier können Menschen eine Teilqualifizierung auf gleichem fachlichem Niveau erwerben. Dadurch schaffen wir neue Zugänge zu beruflicher Bildung und Integration und verbessern spürbar die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“ Geplant sind zunächst Angebote in den Bereichen Lagerlogistik, Metall und Gartenbau; weitere Qualifizierungsbausteine sollen folgen.