Kulturgeragogin Vera Schick hält den kleinen, grau-weißen Therapiehund Lina im Arm, der einer Bewohnerin des Volkeninghauses vorsichtig die Pfote reicht
Therapiehündin Lina im Einsatz mit Kulturgeragogin Vera Schick (links) und einer Bewohnerin im Volkeninghaus Espelkamp. Das dreißigwöchige Projekt zur tiergestützten Therapie wird durch die Förderung der Diakonie RWL ermöglicht.

Wenn die gute Laune auf vier Pfoten kommt

„Lina, bring mal die Socke!“ Kaum ist die Aufforderung ausgesprochen, flitzt die kleine Bolonka Zwetna Hündin los. Mit der Beute im Maul kehrt sie stolz zurück und sorgt sofort für ein herzliches Schmunzeln in der Runde. Im Gemeinschaftsraum des Volkeninghauses wird in diesen Momenten gelacht, angefeuert und erzählt. Die tiergestützte Therapie hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Höhepunkt im Wochenplan der Bewohner entwickelt. Das Volkeninghaus gehört zum Angebot der Seniorenhilfe der Ludwig-Steil-Hof Pflege gGmbH.

Seit einigen Wochen ist Lina gemeinsam mit Vera Schick, Kulturgeragogin und Fachkraft für Palliative Care, regelmäßig in der Einrichtung zu Gast. In kleinen Gruppen erleben die Senioren eine ganz besondere Form der Aktivierung. Mit spielerischen Übungen werden gezielt Beweglichkeit, Feinmotorik und Konzentration gefördert. Ob beim gemeinsamen Sockenaufhängen, die Lina anschließend geschickt apportiert, oder bei einer tierischen Variante von Stadt, Land, Fluss: Ganz nebenbei werden hier Fähigkeiten trainiert und der Geist wachgehalten.

Besonders beeindruckend ist die tiefgehende Wirkung, die die kleine Hündin auf die Menschen hat. „Man merkt richtig, wie die Menschen aufblühen“, berichtet das Betreuungsteam begeistert. „Lina schafft Zugänge, die manchmal mit Worten allein nur schwer möglich sind.“ Selbst Bewohner, die sich im Alltag eher zurückziehen, beteiligen sich aktiv, suchen den Körperkontakt zu der Hündin und kommen miteinander ins Gespräch. Das Tier fungiert als Brücke zur Vergangenheit: Viele beginnen plötzlich, von früheren eigenen Haustieren oder Kindheitserinnerungen zu erzählen. Das Streicheln und Füttern vermittelt Nähe, Geborgenheit und Vertrauen. Das ist eine spürbare Bereicherung für die Lebensqualität im Alltag.

Mit diesem innovativen Projekt setzt das Volkeninghaus einen weiteren Baustein seiner aktivierenden und ressourcenorientierten Pflege und Betreuung um. Im Mittelpunkt steht dabei stets der einzelne Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen.

Möglich wird dieses wertvolle Angebot durch die finanzielle Unterstützung der Diakonie Rheinland Westfalen Lippe, die das Projekt aus Kollektenmitteln des Förderbereichs Alten und Hospizarbeit finanziert. Dank dieser Förderung ist die tiergestützte Therapie für einen Zeitraum von insgesamt dreißig Wochen gesichert. Die Bewohner sowie das gesamte Team des Volkeninghauses bedanken sich herzlich für diese Unterstützung, die so viele freudige Momente schenkt. Wie tief Lina bereits in die Herzen der Senioren geschlossen wurde, zeigt sich übrigens am Ende jeder Stunde. Wenn die Hündin verabschiedet wird, steht eine Frage immer schon fest: „Wann kommt sie wieder?“

Portrait der kleinen, grau-weißen Bolonka-Zwetna-Hündin Lina. Sie liegt entspannt auf einem grauen Teppich, blickt freudig in die Kamera und trägt ein Brustgeschirr mit der Aufschrift 'Therapiehund im Einsatz'.
Therapiehündin Lina bringt Lebensfreude ins Volkeninghaus.
Tiergestützte Therapie im Volkeninghaus: Eine Kulturgeragogin beugt sich zu Tonblumentöpfen auf dem Boden herab. Die kleine Hündin Lina schnuppert daran, während eine auf einem Sessel sitzende Bewohnerin das Geschehen beobachtet
Mit spielerischen Übungen werden Bewegung und Konzentration gefördert.