Startseite » Wenn Erinnerungen Form annehmen
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Wie sehen Erinnerungen aus, wenn sie in Farbe und Form übersetzt werden? Und was passiert, wenn sich Seniorinnen und Senioren aus Espelkamp und Jugendliche mit Migrationsgeschichte über ihre Lebenswege austauschen? Diese Fragen stehen im Zentrum eines neuen, besonderen Projektes der Evangelischen Stiftung Ludwig-Steil-Hofs.
Unter dem Titel „Erinnerungen“ bringt das Projekt Bewohnerinnen und Bewohner des Volkeninghauses mit Schülerinnen und Schülern der Bischof-Hermann-Kunst-Schule zusammen. Das generationenübergreifende Vorhaben setzt auf den verbindenden Charakter von Kreativität. Seniorinnen und Senioren sowie Jugendliche werden gemeinsam künstlerisch tätig. Dabei geht es weit über die künstlerische Tätigkeit an sich hinaus: Die Teilnehmenden setzen sich aktiv mit ihren persönlichen Erfahrungen auseinander und bringen ganz unterschiedliche Lebensperspektiven in einen gemeinsamen Dialog ein.
Begleitet wird der Prozess von dem erfahrenen Künstler und Dozenten Dennis Herb. Sein Ansatz: Die Teilnehmenden sind nicht nur ausführende Hände, sondern die Gestalter des Prozesses. „Von der ersten Idee bis zum fertigen Werk entscheiden die Beteiligten selbst über Materialien und Ausdrucksformen“, erläutert er. „Es ist uns wichtig, dass jede Stimme zählt und jede Sichtweise Raum findet. Dieser kreative Austausch baut Brücken zwischen den Generationen und schafft ein tiefes, gegenseitiges Verständnis“, ergänzt er.
Das Projekt, das bis zu den Sommerferien läuft, versteht sich als ein lebendiges Experiment für Begegnung und Mitgestaltung. Es zeigt eindrucksvoll, wie kulturelle Teilhabe demokratische Werte wie Respekt und Offenheit stärken kann.
Der künstlerische Prozess mündet in einen besonderen Höhepunkt: Am 19. Juni 2026 lädt die Stiftung in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr auf den Wilhelm-Kern-Platz ein. Im Rahmen des großen Aktionstages unter dem Motto „Wir für Menschen“ wird das Kunstprojekt aus dem geschützten Raum in die Öffentlichkeit geholt. Besucherinnen und Besucher erwartet dort nicht nur ein Live-Einblick in die Arbeit mit Dennis Herb im Rahmen eines Workshops, sondern ein vielfältiges Programm – von verschiedenen Mitmachangeboten bis hin zu kulinarischen Highlights wie Pizza und Kuchen. Dieser Tag unterstreicht den Anspruch des Ludwig-Steil-Hofs, ein offener Ort der Begegnung für die gesamte Region zu sein. Den krönenden Abschluss bildet eine öffentliche Präsentation der entstandenen Werke nach den Sommerferien.
Das Projekt wird durch Kollektenmittel der Diakonie RWL unter dem Motto „Demokratie stärken“ gefördert. Die Unterstützung unterstreicht die Relevanz des Vorhabens für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „In einer Zeit, in der Dialog wichtiger ist denn je, leistet das Projekt hier am Ludwig-Steil-Hof und darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander und lebendiger kultureller Teilhabe“, resümiert Pressesprecher Michael Biesewinkel abschließend.